Nach Tarbena, meinen spanischen Paradies

“ In den Bergen bekomme ich richtig Glücksgefühle!“ – Tarbena 16 bis 18.12.13

Ein Tagebuchbeitrag vom 17.12.13

„Nach dem gestrigen entspannten Abend hatte ich einer sehr tiefe und erholsamen Nacht hier oben auf dem Berg von Tarbena. Bin die Woche vom letzten freien Tag mit Tim am Strand bis heute nur rund 450 km gefahren. Habe damit meine anviesierten 500 km jede Woche verfehlt, dafür aber schöne Gegenden gesehen und es mir an einzelnen Orten in der Sonne richtig gut gehen lassen.

Esse gerade, 17.20 Uhr, bei untergehender Sonne die letzten Reste meines gestern gekauften Stollens und weiss nicht so recht, wie ich das heute Erlebte richtig beschreiben kann. Soll ich sagen/schreiben, dass ich von einem älteren  Herrn mit Glyphosat bespritzt worden bin. Ich hatte zunächst einen sehr schönen Morgen. Genoß die aufgehende Sonne und laß dann sehr intensiv den Prozess/die Verhaftung von 1922 gegen Gandhi aus dem Buch „Die Lehre vom Schwert.“ Es begeisterte mich, wie er mit dieser Situation umging und lässt mich eigentlich nur das spüren, was ich tief in mir auch fühle. Der Weg zur Wahrheit führt am Leiden nicht drumrum. Wir müssen im Leben einigen in Kauf nehmen/aushalten, um das zu erreichen, war wir wirklich suchen; die Freiheit in einer gewaltfreien, wahrhaften Gesellschaft zu leben, unserem Glück. Als ich laß, kam der ältere Herr vorbei, dem die alte zerfalle Haushälfte gehört. Er war gekommen, um das wenige Unkraut was hier wächst auch noch zu beseitigen. Ein sehr netter Herr, ließ mich auch sofort hier bleiben und spritzte dann ein glyphosathatliges Produkt, was ich später am Kanister herausfand, munter vor sich hin.

Bin dann nach Tarbena und kaufte dort Milch, Nudeln und Tomantensoße in einem kleinen Supermarkt ein und stillte meinen von der Nacht stammenden Durst mit Wasser. Füllte meine beiden Wasserflaschen. Fuhr noch ne Runde durchs gemütlich weißlich kleine Dörfchen und dann zurück zum Garten, welcher weiter fleissig bespritzt wurde. Dem Herrn ist wohl nicht ganz klar, was er hier eigentlich macht. Er möchte in Frieden leben, hält nichts von korrupten Politikern, aber sieht selbst den dicken Balken in seinem Auge nicht. Wir sind Unwissende eines eigentlich harmonisierenden Universums. Ich glaube, dass er während meiner Abwesenheit bis vor meinem Schlafplatz gesprüht hat. Was soll mir diese Situation auf/an diesem wunderbaren Platz nur sagen? Dass ich zu schlechte Lebensmittel zu mir nehme und in meinen Handlungen nicht konsequent bin? Weiß auf jeden Fall schon heute, dass ich die nächste Reise anders angehen muss. Bekam dann etwas Kopfschmerzen, welche mich doch für etwa eine halbe Stunde in schlechte Laune versetzte. Kam vllt. vom Gift.

Kochte dann Milchreis und chillte unter meinem Schlafsack, genoß den Ausblick und nickte kurz weg. Danach waren auch die Kopfschmerzen vergangen; rauchte noch ne Friedenstüte und schaute der Wolkendecke, die bis kurz vor dem Meer reichte, zu, wie sie sich verschob. Schoß noch eingige Fotos vom Garten, wusch meinen Topf, putzte mir die Zähne, was ich versuche 2-mal täglich zu beherzigen. Schaute dann immer wieder den anhaltenden Leuten auf dem Mirador zu, was diese so taten. Sind doch schon einige, die hier herkommen. Morgen geht dann die Geschichte meiner Reise auch Kilometermäßig weiter Richtung Süden. Will versuchen durch Alicante bis nach Casas del Cap zu gelangen, um Weihnachten in Benificio zu sein.

Jetzt bricht der Himmel auf, natürlich jetzt zum Mondschein!“

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